Prolog

Aktuell

Nachwuchs sichern, Praxisteam stärken: Primary Care Management für Hausarztpraxen

Auch in Hausarztpraxen ist der Fachkräftemangel längst spürbar: Offene Stellen für Medizinische Fachangestellte (MFA) bleiben immer häufiger unbesetzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Praxisalltag – effiziente Organisation, Koordination und Patientensteuerung gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Text: Tim Fischer

Foto: Ki generiert

Gerade jetzt im Frühjahr, wenn viele Praxen ihre MFA-Ausbildungsplätze für den Sommer ausschreiben, zeigt sich, wie schwierig die Suche nach geeignetem Nachwuchs ist. Klassische Bewerbergruppen schrumpfen, der Wettbewerb um qualifizierte Auszubildende ist hoch. Damit verbunden ist eine Entwicklung, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: die stärkere Einbindung qualifizierter nichtärztlicher Fachkräfte in die ambulante Versorgung.

Mit dem Studiengang „Primary Care Management“ (PCM) steht ein Angebot zur Verfügung, das diese Entwicklungen aufgreift. Es wurde vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband in Kooperation mit der FOM-Hochschule für Ökonomie und Management entwickelt und verbindet ein akademisches Studium mit der Ausbildung zur MFA in einer Hausarztpraxis. Das Modell hebt sich deutlich von klassischen Ausbildungsangeboten ab und spricht gezielt neue Zielgruppen wie (Fach-)Abiturientinnen und Abiturienten an, die bislang häufig andere Berufswege wählen.

Früher Einstieg, langfristige Bindung

Praxis und Studium starten eng verzahnt: Die Ausbildung beginnt im August, der Studienstart folgt im September, unter anderem am FOM-Standort Hannover. So erwerben die angehenden MFA von Beginn an sowohl praktische Kompetenzen im hausärztlichen Praxisalltag als auch vertiefte Kenntnisse in Praxismanagement, Kommunikation und Patientenversorgung.

Hausarztpraxen gewinnen so frühzeitig motivierten und leistungsstarken Nachwuchs für ihr Team und binden ihn langfristig an die eigene Praxis. Gerade in einem Umfeld, in dem klassische Rekrutierungswege zunehmend an Grenzen stoßen, ist das ein wichtiger Baustein.

Entlastung im Praxisalltag

PCM-Absolventinnen und -Absolventen übernehmen unter ärztlicher Verantwortung zusätzliche Aufgaben im Praxismanagement und in der Versorgung. Dazu gehören unter anderem die Organisation und Weiterentwicklung von Praxisabläufen sowie delegierbare medizinische Leistungen.

Der Studiengang eröffnet neue Karrierewege für junge Menschen im Gesundheitswesen und stärkt die Attraktivität der Tätigkeit in der Hausarztpraxis. Für Praxen, die ihre Ausbildungsplätze für den Sommer besetzen, bietet sich damit jetzt die Möglichkeit, neue Wege in der Nachwuchsgewinnung zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.haevn.de/pcm

Save the date:
Hitzeaktionstag am 11. Juni

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung unterstützt die Initiative, die darauf aufmerksam macht, dass Hitze das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland ist

Text: Lars Menz

Das Risiko Hitze kann für alle gefährlich werden und wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Doch das Bewusstsein für die Gefahren von Hitze und die Maßnahmen zum Schutz, insbesondere für gefährdete Personen, sind in der Bevölkerung noch unzureichend vorhanden. Jetzt ist es an der Zeit, das zu ändern.

Beim Hitzeaktionstag am Donnerstag, den 11. Juni 2026 steht der Vernetzungsgedanke ganz vorne. Denn nur gemeinsam kann Hitzeschutz vorangetrieben werden. Jede Veranstaltung, jede Aktion die im Rahmen des Hitzeaktionstages 2026 stattfindet, kann viel bewegen. Zahlreiche Organisationen, Kommunen und Einzelpersonen engagieren sich bereits mit vielfältigen Aktionen, um auf die zunehmenden Gesundheitsrisiken durch extreme Hitze aufmerksam zu machen. Die Dynamik wächst.

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer betont: „Hitzewellen gefährden Menschenleben und sie werden häufiger, länger und intensiver. Darauf müssen wir uns vorbereiten. Was Deutschland dringend braucht, sind verbindliche Hitzeschutzpläne, klare Zuständigkeiten und gezielte Unterstützung für besonders gefährdete Menschen. Wir Ärztinnen und Ärzte stehen bereit – aber wir können das nicht allein leisten. Denn Hitzeschutz beginnt nicht erst in Arztpraxen und Krankenhäusern, sondern in den Städten, Schulen, Unternehmen, Pflegeeinrichtungen und in jedem Zuhause. Daher müssen Politik, Kommunen und Gesellschaft gemeinsam handeln.“

Das Programm zum Hitzeaktionstag 2026 finden Sie unter: hitzeaktionstag.de

Rückblick auf die Ausstellung „Systemerkrankung Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ in Hannover

Bildergalerie zeigt Highlights Ausstellung kommt im Dezember noch einmal nach Niedersachsen zurück

Text: Lars Menz — Fotos: Kai-Uwe Knoth

Bis zum 27. März war die Ausstellung „Systemerkrankung – Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ in der Hauptgeschäftsstelle der KVN in Hannover zu sehen. Der Vorsitzende der Vertreterversammlung, Dr. Eckart Lummert, eröffnete die Ausstellung am 6. März vor rund 70 Gästen aus Ärzteschaft, Politik und befreundeten Organisationen sowie Mitarbeitenden der KVN. Die Ausstellung schildert Verbrechen, die Ärztinnen und Ärzte im Namen der Medizin verübten: Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente. Nicht zuletzt thematisiert sie auch wenig erforschte Felder wie das Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht im Nationalsozialismus oder die Tätigkeit des Deutschen Ärztegerichtshofs in München.

Die Bildergalerie zeigt Impressionen der Eröffnung.

Der Vorsitzende der KVN-Vertreterversammlung Dr. Eckart Lummert machte in seiner Rede deutlich, dass die Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur sowie die Verbrechen der Täter – darunter auch Ärzte – nach wie vor aktuell und dringender denn je sind.

Der Vorstandsvorsitzende der KVN Mark Barjenbruch (Mitte), Landtagspräsidentin Hanna Naber (2.v.r.), der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende Thorsten Schmidt (rechts), Dr. Ricarda Niedergerke (2.v.l.) und Dr. Udo Niedergerke (links).

Hanna Naber, die Landtagspräsidentin von Niedersachsen, setzte sich in Ihren Grußworten entschieden für den Schutz jüdischen Lebens und die Bekämpfung von Antisemitismus ein.

Wissenschaftler und Medizinhistoriker Dr. Peter Schulze aus Hannover richtete den Blick insbesondere auf die Ausgrenzung jüdischer Medizinerinnen und Mediziner in Niedersachsen.

Der Vorstand der KVN mit Mark Barjenbruch, Nicole Löhr und Thorsten Schmidt (v.l.n.r.).

Sjoma Liederwald, Historiker und Kurator berichtete über die Entstehung der Ausstellung „Systemerkrankung“.

Nach den Grußworten und Reden gingen die Besucherinnen und Besucher in den Ausstellungsraum im Nebengebäude.

Der Ausstellungskatalog.

Ein Besucher liest die in deutsch und englisch zur Verfügung stehenden Texte auf den Ausstellungstafeln.

Die Ausstellung in den Räumen der KVN war am Abend der Eröffnung gut besucht.

Auch interaktive Informationen sind Teil der Ausstellung.

Der Ausstellungskatalog bietet einen umfassenden Einblick in die Inhalte der Ausstellung.

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Die Ausstellung ist in Niedersachsen noch einmal vom 7. bis 22. Dezember 2026 in der Bezirksstelle Osnabrück zu sehen: An der Blankenburg 64, 49078 Osnabrück

Alle Termine finden Sie hier: www.systemerkrankung.de

Attraktiv, aktuell und Zielgerichtet

20 Jahre Seminare bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen

Text: Heike Knief und Marlen Hilgenböker

Seit nun mehr 20 Jahren bietet die KVN ein attraktives und umfangreiches Seminarnagebot an. Auch im Bereich der Online-Schulungen ist viel passiert. Das Angebot an WebSeminaren wurde ausgebaut und auf die Bedürfnisse der Praxen und deren Praxispersonal ausgerichtet. Das Seminarangebot erhalten die Praxen monatlich über die KVNachrichten in digitaler Form.

Auf unserer Internetseite unter: Seminarangebot finden sich alle Themen und Termine mit der Möglichkeit, sich online anzumelden. Anstatt einer Seminarbroschüre werden Zusammenfassungen aller Themen in Kategorien gegliedert dargelegt. Des Weiteren können ausgewählte Seminartitel angeklickt werden, um direkt zu den Inhalten und der Anmeldemaske zu gelangen.

Das Seminar-Team der KVN wird weiterhin daran arbeiten, das Seminarangebot aktuell, interessant und umfangreich zu gestalten. Anregungen, Wünsche und neue Themen-vorschläge werden gerne unter seminarthemen@kvn.de angenommen.