Epilog

Rezension

Informativer Einblick in die Biopsychologie

Von den Grundlagen bis zum Drogenmissbrauch

Text: Dr. Paul Kokott

Thomas Köhler: „Biopsychologie“,

Psychosozial-Verlag, Buchreihe: utb, 336 Seiten, Broschur, 170 x 240 mm, 2., vollst. überarb. Aufl. 2026, 45 Euro, ISBN-13: 978-3-8252-6503-8

Das Lehrbuch „Biopsychologie“ von Thomas Köhler vermittelt die wichtigsten biopsychologischen Sachverhalte. Die ersten Buchkapitel widmen sich den Grundlagen, der Struktur und Funktion der Zelle; dem Feinaufbau des Nervensystems, der Bildung, Leitung und Übertragung von Erregung in der Nervenzelle, dem vegetativen (autonomen) Nervensystem und dem endokrinen System. Die weiter folgenden Kapitel greifen Aspekte, Belange und Vorgehensweisen der Biopsychologie sowie deren Methoden auf.

Methoden

Die häufigsten eingesetzten und eher übergreifenden Methoden lassen sich – unter Inkaufnahme gewisser Überschneidungen – grob etwa in fünf Kategorien unterteilen. Dazu gehören die bildgebenden Verfahren, die psychophysiologische Messungen, die invasiven Verfahren, neurochemische Studien und schließlich neuroanatomische Untersuchungsmethoden, bei denen am Gewebematerial die Lokalisation und Gestalt von Strukturen bestimmt wird.

Im achten Kapitel „Lernen und Gedächtnis; Neuroplastizität“ wird ausgeführt, dass sich das Gedächtnis in drei Teilleistungen zerlegen lässt, nämlich in die Einspeicherung (Konsolidierung) von Eindrücken, ihre Aufbewahrung in geeigneter Form (als sog. Engramme) und ihre Reproduktion zu einem sinnvollen Zeitpunkt. Sinnvollerweise unterscheidet man ein (Ultra-)Kurzzeitgedächtnis (Immediatgedächtnis) von einem Langzeitgedächtnis.

Im Kapitel „Denken und Sprache; Hemisphärenspezialisierung“ werden kognitive Fähigkeiten als besonders charakteristisches Kennzeichen des Menschen beschrieben. Obwohl die beiden Hirnhälften morphologisch weitgehend symmetrisch aufgebaut sind, liegt eine ausgeprägte funktionelle Asymmetrie vor. Am deutlichsten ist dies aus den Aphasien zu ersehen, die bei Schäden der linken Hemisphäre sehr häufig auftreten, während Läsionen entsprechender rechtshemisphärischer Areale oft klinisch kaum bemerkbar sind.

Im Buchkapitel „biologische Grundlagen psychischer Störungen“ kommen nur wenige Störungsbilder, nämlich Schizophrenie, affektive Störungen sowie Zwangsstörungen zur Darstellung. Das dreizehnte Kapitel „Drogen und ihre Wirkungen“ erläutert, dass sich die typischerweise zu findende Drogenwirkung sich als Erzeugung eines Zustandes von Wohlbefinden charakterisieren lässt.

In seiner prägnanten kurzgefassten Form vermittelt das Lehrbuch einen relevanten informativen Ein– und Überblick zur Biopsychologie.