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MVZ – Trend zur Kooperation hält an

Warum MVZ besonders für junge Ärztinnen und Ärzte oder Berufsanfänger ein idealer Weg sein kann, um ambulante Erfahrungen zu sammeln.

Text: Detlef Haffke – Foto: Andrea Seifert

Ein weiterer Trend zur Kooperation schlägt sich auch in der vertragsärztlichen Versorgung nieder. Zwar ist die Einzelpraxis mit rund 50 Prozent aller Praxisstandorte weiterhin die dominierende Praxisform, doch stellen sich die Praxisstrukturen der Ärztinnen und Ärzte heterogener dar, als es diese Zahl vermuten lässt.

49 Prozent der Ärzte arbeiten in einer Einzelpraxis, 34 Prozent in Berufsausübungsgemeinschaften (BAG). Die restlichen 17 Prozent sind in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) aktiv.

In den vergangenen Jahren ist in allen Praxisformen die Anzahl der dort praktizierenden Ärzte gestiegen. Die Zahl der Praxen nahm zum Teil deutlich geringer zu; bei den Einzelpraxen ist sie sogar gesunken, obwohl die Anzahl der dort praktizierenden Ärzte gestiegen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass durch die erweiterten Möglichkeiten zur Anstellung heute mehr Ärztinnen und Ärzte in weniger Praxen arbeiten. Im Schnitt praktizieren 1,57 Ärzte pro Praxis. In den Einzelpraxen sind es mit 1,18 am wenigsten, bei den MVZ ist der Wert mit 6,2 am höchsten.

Praxisstrukturen

Auch die individuelle Praxisgröße variiert deutlich. So arbeitet in insgesamt 12,7 Prozent aller Einzelpraxen de facto mehr als ein Arzt. Die Bezeichnung „Einzelpraxis“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es lediglich einen Inhaber der Praxis gibt, der jedoch zusätzlich angestellte Ärzte beschäftigt.

Es gibt derzeit in Niedersachsen 422 MVZ. 211 davon sind in der Trägerschaft von Krankenhäusern, 143 in der Trägerschaft von Vertragsärzten und 68 werden von sonstigen Trägern betrieben. 2.613 Ärztinnen und Ärzte arbeiten in MVZ – davon 65,2 Prozent in Krankenhaus-MVZ, 27 Prozent in Vertragsarzt-MVZ und 7,8 Prozent in MVZ sonstiger Träger.

Vorteile für Ärztinnen und Ärzte im MVZ

  • Wirtschaftliches Risiko geringer. Im Gegensatz zur Niederlassung in einer eigenen Praxis entfallen hohe Investitionskosten für teure Medizintechnik, Praxisräume oder Personal.
  • Bessere Work-Life-Balance. Angestellte Ärzte im MVZ haben in der Regel feste Arbeitszeiten, können in Teilzeit arbeiten und müssen keine Wochenend- oder Nachtdienste wie im Krankenhaus übernehmen. Auch Urlaubsvertretungen werden zentral organisiert.
  • Abrechnung, Praxisorganisation und Personalmanagement werden vollständig von der MVZ-Verwaltung übernommen. Ärzte können sich voll auf die Patientenversorgung konzentrieren.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit. Durch den direkten Austausch mit Kollegen verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach (z.B. Orthopäden, Neurologen, Allgemeinmediziner) ist eine ganzheitliche und schnelle Patientenversorgung möglich.
  • Soziale Absicherung. Als Angestellter ist man sozialversicherungspflichtig (inklusive Rentenversicherung und gesetzlicher Unfallversicherung) und profitiert von geregeltem Mutterschutz und Elternzeit.

Besonders für junge Ärztinnen und Ärzte oder Berufsanfänger ist es ein idealer Weg, um ambulante Erfahrungen zu sammeln, ohne sich direkt endgültig an einen Standort oder eine Praxisform binden zu müssen.