Schwerpunkt

Einführung

Schnittstellenprobleme
im Gesundheitswesen

Text: Detlef Haffke — Illustration: WRK

Die Schnittstellenprobleme zwischen den ambulanten hausärztlichen und fachärztlichen Sektoren sowie ambulanten (Praxis) und stationären (Krankenhaus) Sektoren sind evident. Eine intensivere Kommunikation und neue Formen der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit könnten besonders die Versorgung im ländlichen Raum erheblich verbessern, wenn es gelänge, das offensichtliche Innovationspotenzial auszuschöpfen.

In der ambulanten Versorgung gibt es Schnittstellenprobleme zwischen Hausärztinnen und Hausärzten auf der einen und Fachärztinnen und Fachärzten auf der anderen Seite. Beklagt werden von beiden Seiten Informationsverluste zwischen den Facharztdisziplinen mit Folgen für die Diagnostik und Therapie der Patientinnen und Patienten. Die elektronische Patientenakte hat bisher noch keine entscheidenden Verbesserungen gebracht.

Hausärztinnen und Hausärzte wünschen verständliche Facharztberichte. Fachärztinnen und Fachärzte plädieren für klare und spezifische Überweisungsaufträge. Beide Versorgungssektoren fordern eine verbesserte interkollegiale telefonische Erreichbarkeit zu festen Sprechzeiten. Eine unzureichende Kommunikation und Vernetzung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind Gründe für Verzögerungen der Diagnosestellung und Therapieeinleitung. Auch die Vertretungsregelung innerhalb der Facharztgruppen während der Urlaubszeiten ist vielen Ärztinnen und Ärzten nicht klar und führt zu Kritik. Nicht zuletzt ist der sogenannte Hausarztvermittlungsfall ein „heißes Eisen“ zwischen Haus- und Fachärzten.

Ambulant stationär

Traditionell ist die Gesundheitsversorgung in Deutschland sektoral organisiert und finanziert. Dabei stellt die Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor eine besondere Herausforderung dar. Schnittstellenprobleme zwischen ambulanter und stationärer Versorgung in Deutschland betreffen vor allem den Informationsfluss, die Koordination und die nahtlose Übergabe von Patienten, was zu Doppeluntersuchungen, Medikationsfehlern und Ineffizienzen führt, wobei die Notaufnahme und das Entlassmanagement zentrale Schwachstellen sind.

All diese Themen thematisieren wir in dieser Ausgabe des kvn.magazins.