Gute Nacht, Gehirn
Busch, Volker: „Gute Nacht, Gehirn! Gedanken, um zur Ruhe zu kommen“,
Droemer Verlag, München 2025, 256 Seiten, 18,00 EUR, ISBN: 978-3-426-56637-4
Unser Gehirn nimmt mit in den Schlaf, womit wir es tagsüber füttern. Aber wie sorgen wir dafür, dass aus den ganzen Informationen keine Sorgen und Ängste werden, sondern Kraft, Lust und neuer Lebensschwung entsteht? Bestsellerautor Prof. Dr. Volker Busch präsentiert in seinem neuen Buch gute Gedanken vor dem Einschlafen und liefert praktische Anleitungen, wie wir unser Gehirn am Abend pflegen können – basierend auf den neuesten Erkenntnissen aus Psychologie und Neurowissenschaft. Dieses Buch möchte dabei über einige spannende psychologische Themen aufklären, zum Nachdenken und Ausprobieren anregen und auf eine leichte und lockere Weise unterhalten.
Fantasie regt uns an und motiviert uns. Sie ist die Grundlage vieler Ideen, und sie ermöglicht uns ein gelingendes soziales Miteinander. Intuition hingegen ist eine Form der inneren Betrachtung einer Sache, ohne dass hierfür der Intellekt im engeren Sinn bemüht wird. Intuition könnte man als eine Art „Erfahrungsintelligenz“ bezeichnen. In den weiteren Buchkapiteln werden Stille, Selbstliebe, Gewohnheiten, Kleines Glück und Ausgleich thematisiert sowie weniger Vergleiche, Akzeptanz, Verzeihen, Sinn und Zuversicht besprochen.
In der Verhaltenspsychologie sprechen wir von Hadern, wenn Menschen eine objektive Situation nicht annehmen wollen und innerlich mit aller Kraft dagegen ankämpfen. Hadern bringt nur selten positive Dinge hervor. Stattdessen halten uns diese Gedankenspiralen emotional gefangen, produzieren viel negative Energie und verursachen gefährlichen Stress. Helfen kann Akzeptanz. Akzeptanz reduziert Stress und lässt uns zur Ruhe kommen, stabilisiert unsere emotionale Verfassung und verbessert unsere Stimmung und macht uns wieder handlungsfähig. Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden (Richard Niebuhr).
Die Beispiele verdeutlichen, dass eine positive Sichtweise durch gute Gedanken auf das Eigenerleben und das Weltgeschehen einen ruhigen Schlaf befördert. Dem Nachwort „Schlafen Sie gut“ ist nichts hinzuzufügen.
Leitfaden für die neuropsychologische Begutachtung
Merten, Thomas: Leitfaden für die neuropsychologische Begutachtung
Hogrefe Verlag, Bern 2025, 260 Seiten, 34,95 EUR, ISBN: 9783801732424
Im vorliegenden Leitfaden werden die relevanten Aspekte der neuropsychologischen Begutachtung, Vorbereitung und Durchführung, Aufbau und Gestaltung, psychologischer Test und Beschwerdevalidierung, Qualitätsstandards und Gutacherhaftung, wichtige Anwendungsgebiete sowie Exkurse zu speziellen neuropsychologisch relevanten Themen dargestellt und erläutert.
Der psychopathologische Befund liefert seinem Wesen nach eine Transposition beobachteten Verhaltens und erschlossener innerpsychischer Inhalte auf die Befundebene. In jedem Fall muss dem Leser in jedem Detail ersichtlich sein, was „objektiv“ befundet und was lediglich durch die untersuchte Person berichtet wurde. Wichtige Bereiche, die befundet werden sollten, sind: Bewusstseinslage, Orientierung, Kognition (insoweit sie außerhalb der Testergebnisse im realen Verhalten befundet wird), inkl. Formalem und inhaltlichem Denken, Sprache, Antrieb, Steuerungsfähigkeit und Impulsivität, Kontaktverhalten, Affekt, Ängste, Zwänge, Sinne, Ich-Störungen und Psychomotorik. Eine eingehende, zusammenfassende Bewertung der Konsistenz und Plausibilität der Datenlage sollte nie fehlen.
Die Besonderheit von Testverfahren, in Abgrenzung zu anderen gutachtlichen Methoden besteht darin, dass sie psychische Leistungen messbar, quantifizierbar und damit gleichzeitig normativ vergleichbar machen. Die drei Hauptkriterien von Tests sind Objektivität (Konkordanz), Reliabilität und Validität. Die korrekte Identifizierung von Konsistenzen und Inkonsistenzen setzt eine hohe fachliche Qualifikation der Gutachterin ebenso wie ihre Bereitschaft und Fähigkeit zu einer kritischen Hinterfragung von Sachverhalten voraus.
Ein Leitfaden im Wortsinn, der Aufschluss über Aspekte, Belange und Bezüge der neuro-psychologischen Begutachtung vermittelt.