Schwerpunkt

Patientensteuerung

Patientensteuerung im
Gesundheitswesen

Politik verfolgt das Primärarztsystem

Text: Detlef Haffke — Illustration: WRK

Die Schnittstelle zwischen Hausärzten, Fachärzten und Psychologischen Psychotherapeuten ist entscheidend für eine koordinierte Patientenversorgung. Die Bundesregierung plant aktuell ein flächendeckendes Primärarztsystem, das alle Patienten in Zukunft verpflichten soll, zuerst zum Hausarzt zu gehen (außer bei Gynäkologen, Augenärzten, Kinder- und Jugendärzten). Die Hausärztin und der Hausarzt im Primärarztsystem sollen nach Vorstellungen der Politik die ersten Ansprechpartner sein, die Behandlungen abschließen (in 80 bis 90 Prozent der Fälle) oder bei Bedarf gezielt an Fachärzte überweisen.

Daraus ergeben sich neue Herausforderungen was die Kommunikation und den Datenaustausch (Schnittstellenmanagement) zwischen den ambulanten Sektoren betrifft. Ein funktionierendes Primärarztsystem kann nur dann funktionieren, wenn das Honorarsystem auf völlig neue Füße gestellt wird.

Ein effektives Schnittstellenmanagement soll die Sicherstellung eines reibungslosen Informationsflusses (z.B. Befunde, Anamnese) an den Übergängen zwischen Primärarzt und Facharzt sowie anderen Partnern im Gesundheitswesen gewährleisten, um Doppeluntersuchungen und Behandlungsfehler zu vermeiden.

Die Hausärztin, der Hausarzt koordiniert die Therapie, plant Facharztkonsultationen und begleitet Patientinnen und Patienten durch das komplexe Gesundheitssystem.

Ziel ist es, durch bessere Information und Koordination, weniger unkoordinierte Facharztkontakte zu generieren und chronisch Kranke besser zu versorgen.

Zusammenfassend zielt die Optimierung der Schnittstellen im Primärarztsystem darauf ab, dass der Primärarzt als zentraler Koordinator agiert, um eine besser koordinierte, effizientere und patientenorientiertere Versorgung zu gewährleisten, auch wenn dies strukturelle Veränderungen mit sich bringt.