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Aktuell

Barrierefreiheit in Praxen:
Kriterienkatalog erweitert

Online-Fragebogen für einfachere Angabe der Praxisdaten

Foto: pexels

Für Menschen mit einer Behinderung ist es nicht immer leicht, eine passende Arzt- oder Psychotherapiepraxis mit den benötigten Zugangsmöglichkeiten zu finden. Informationen zur Barrierefreiheit bieten den Betroffenen Orientierung bei der Suche nach geeigneten Praxen und unterstützen bei einer möglichst niedrigschwelligen Teilhabe an der Versorgung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat zusammen mit dem Deutschen Behindertenrat sowie der Bundesfachstelle Barrierefreiheit einen Katalog von Kriterien zur Barrierefreiheit von Praxen entwickelt, um solche Informationen künftig bundesweit einheitlich im Internet bereitstellen zu können. Damit setzt die KBV eine entsprechende gesetzliche Vorgabe aus dem Sozialgesetzbuch um.

Der neu gefasste und erweiterte Katalog berücksichtigt neben Beeinträchtigungen durch Mobilitätseinschränkungen, Sehbehinderung, Taubheit und Schwerhörigkeit nun auch kognitive Beeinträchtigungen sowie Blindheit und führt die wesentlichen Merkmale für barrierefreie Zugangsmöglichkeiten jeweils im Detail auf.

Neue Webanwendung: Fragebogen einfach online ausfüllen

Damit Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten möglichst einfach Angaben zur Barrierefreiheit ihrer Praxis machen können, steht eine Webanwendung der KBV mit einem interaktiven Fragebogen zur Verfügung, der schnell und überschaubar durch die zahlreichen Aspekte von Barrierefreiheit innerhalb und außerhalb der Praxis führt. Kurze Texte und Grafiken erläutern und veranschaulichen den Kriterienkatalog, der die vier Themenbereiche bauliche Gegebenheiten, Ausstattung der Praxis, Schilder und Markierungen sowie Information und Service umfasst.

Praxen können sich im KVN-Portal www.kvn.de/KVN+Portal+Login.html unter

  1. Online-Dienste
  2. Anwendungen
  3. Angaben zur Barrierefreiheit

über den sogenannten FIM-Zugang direkt bei der browserbasierten Anwendung, dem „KBV-Praxis-Portal“, anmelden und den Fragebogen in rund 20 bis 30 Minuten unkompliziert online ausfüllen. Alle Angaben zu den Merkmalen sind freiwillig. Fragen, die auf die jeweilige Praxis nicht zutreffen, können einfach übersprungen werden. Eine Dashboard-Darstellung liefert einen Überblick über die erfolgten Angaben zur Barrierefreiheit, sodass Praxen diese ändern oder ergänzen können.

Die so erhobenen Praxisdaten werden direkt in das Bundesarztregister eingetragen und in der Arzt- und Psychotherapeutensuche der KBV veröffentlicht. So können sich Patientinnen und Patienten künftig detailliert über die Barrierefreiheit von Praxen informieren.

Barrierefreiheit in medizinischen Einrichtungen ist entscheidend, um allen Menschen den Zugang zu notwendigen Gesundheitsdiensten zu ermöglichen. Der Fragebogen hilft, den aktuellen Stand der Barrierefreiheit zu erfassen. Im Vordergrund steht dabei das Schaffen von Transparenz über die Praxisausstattung für Menschen mit Beeinträchtigungen – ohne den Anspruch, dass alle Kriterien von allen Praxen erfüllt werden. Gleichzeitig können sich Ärzte und Psychotherapeuten mit dem Fragebogen einen Überblick verschaffen, wie sie ihre Praxis noch besser auf spezielle Bedürfnisse ausrichten und Barrieren abbauen können. Häufig können bereits kleine Veränderungen viel bewirken.

Hintergrund

Die KBV hatte mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz den gesetzlichen Auftrag erhalten, Informationen zur Barrierefreiheit von Praxen bundesweit einheitlich bereitzustellen.