Aus anderen KVen
KV Westfalen-Lippe
„Land in Sicht“ mit dem Kanzler
Das wird Caroline Homann nicht so schnell vergessen: Ende Oktober 2025 Oktober, wurde die junge Ärztin offiziell als erste Teilnehmerin des Projekts „Land in Sicht – Ärzte für morgen“ an ihrem neuen Arbeitsplatz im MVZ Brilon begrüßt. Zu den Gratulanten zählten unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz als Schirmherr und KVWL-Chef Dr. Dirk Spelmeyer. Mit dem Projekt „Land in Sicht – Ärzte für morgen“ wollen der Hochsauerlandkreis und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) gemeinsam die hausärztliche und kinderärztliche Versorgung im ländlichen Raum nachhaltig sichern und Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit im Sauerland begeistern. Caroline Homann kann im Rahmen des Projekts „Land in Sicht – Ärzte für morgen“ Familie und Beruf optimal miteinander vereinbaren. „Für mich bietet das Leben als Ärztin auf dem Land, insbesondere in der Praxis, eigentlich nur Vorteile: Ich habe eine enge Bindung zu meinen Patientinnen und Patienten, flexible Arbeitszeiten, unsere Kinder können hier noch richtig Kind sein, und ich kann mir ein starkes Netzwerk aufbauen, das Familie und Beruf wunderbar verbindet“, fasste die Ärztin ihre Entscheidung zusammen.
KV Bayerns
Erhalt der telefonischen Krankschreibung ist sinnvoll und notwendig
Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat sich Mitte Januar 2026 klar für den Erhalt der telefonischen Krankschreibung ausgesprochen. Sie sei ein bewährtes Instrument einer modernen ambulanten Versorgung und eine sinnvolle Ergänzung der Sprechstunden in den Praxen. Einer Abschaffung der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), wie sie zuletzt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gefordert hatte, erteilte der Vorstand der KVB eine klare Absage.
Der Vorstand der KVB erklärte dazu: „Die telefonische Krankschreibung trägt der Versorgungsrealität in den Praxen Rechnung. Sie ermöglicht es, bekannte Patientinnen und Patienten bei nicht schwerwiegenden Erkrankungen niedrigschwellig zu behandeln, ohne unnötige Praxisbesuche zu verursachen. Damit werden nicht nur die Praxisteams entlastet, sondern auch Infektionsrisiken reduziert – ein Aspekt, der gerade in der Erkältungs- und Grippesaison von besonderer Bedeutung ist.“
Die immer wieder vorgebrachte Behauptung eines erhöhten Missbrauchspotenzials sei aus Sicht des Vorstands der KVB nicht haltbar. Vertragsärztinnen und -ärzte handelten verantwortungsvoll und nach medizinischem Ermessen. Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigten, dass die Bedeutung der telefonischen Krankschreibung mit einem Anteil von jährlich 0,8 bis 1,2 Prozent an allen AU sehr gering ist. Die telefonische Krankschreibung sei kein Automatismus, sondern Teil einer ärztlichen Entscheidung, die auf Kenntnis der Krankengeschichte und der individuellen Situation der Patientinnen und Patienten beruhe. Der Vorstand der KVB plädierte für eine einfache, praktikable und rechtssichere Lösung: Telefonische Sprechstunden und Videosprechstunden sollten weiterhin möglich sein – jedoch klar auf die Behandlung bereits in den Praxen bekannter Patientinnen und Patienten begrenzt. Diese Regelung stelle sicher, dass ärztliche Verantwortung, Kontinuität der Behandlung und Versorgungsqualität gewahrt blieben. Gleichzeitig würden damit „Klick-und-Krank-Geschäftsmodelle“ von kommerziellen Online-Anbietern unterbunden.
KV Bremen
Bremer Ärzte und Psychotherapeuten schlagen Primärarztsystem vor
Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Bremen und Bremerhaven setzen sich für grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen ein. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution mit dem Titel „Mut zu Reformen“ schlug die Vertreterversammlung der KV Bremen Ende Dezember 2025 ein verbindliches Primärarztmodell vor und appellierte an die Politik, gemeinsam die notwendigen Strukturreformen anzugehen.
Dazu erklären die Vorsitzenden der Vertreterversammlung der KV Bremen Dr. Stefan Trapp und Dr. Knut Spieker: „Wir bieten ein konkretes Konzept an, um durch eine verbindliche Patientensteuerung die Versorgung auch in Zukunft qualitativ hochwertig zu sichern. Wir reichen der Politik die Hand zur Zusammenarbeit, fordern im Gegenzug aber den Mut, unser Angebot ernst zu nehmen und gemeinsam mit uns verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein ‚Weiter-so‘ ist keine Option mehr. Wir stehen bereit, die Verantwortung für eine geordnete Neustrukturierung zu übernehmen.“
KV Nordrhein
Ambulanter Fahrdienst neu aufgestellt
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) treibt die Modernisierung des ambulanten Notdienstes weiter voran: Ab sofort übernehmen Kooperationsärztinnen und -ärzte medizinisch notwendige Hausbesuche. Sie übernehmen in den Abend- und Nachstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen den ambulanten Fahrdienst – und dies zentral von der KVNO geplant, flexibel besetzt und digital unterstützt. Die bislang für Haus- und Fachärzte in Nordrhein bestehende Pflicht, auch im Rahmen des allgemeinen Notdienstes – je nach Dienstplan – Hausbesuche zu übernehmen, ist zum Jahresstart 2026 ruhend gestellt worden. „Ein klarer Schnitt mit spürbarer Entlastung für die Niedergelassenen in ganz Nordrhein“, sagt KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann.
Ein Pilot ist am 1. Januar 2026 in Düsseldorf und Neuss gestartet. Mit den gesammelten Erfahrungen beginnt dann ab April 2026 der Rollout in ganz Nordrhein. Kernelemente sind eine zentrale Planung der Fahrdienste durch die KVNO, optimierte Neu-Zuschnitte der Fahrdienstbezirke und digitale Prozess-Unterstützung zur Steigerung von Effizienz und Qualität.